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Reiseberichte 2017

N E U S E E L A N D   T E I L   2 

Wir sind gelandet! Noch am Flughafen schalten wir unser Handy ein und suchen ein freies WiFi- Netz. Und schon erreichen uns die ersten Nachrichten: „Alles in Ordnung mit euch?“ „Passt auf euch auf“ „Meldet euch, wir machen uns Sorgen!“ Huch, was ist denn da passiert? Soviel Sorge auf einmal kennen wir gar nicht. Schnell in den Nachrichten gelesen, erfahren wir, dass zur der Zeit, als wir im Flugzeug waren, ein schweres Erdbeben Neuseeland erschüttert hat. Genauer gesagt auf der Südinsel um Christchurch herum. Wir können unseren Freunden mitteilen, dass es uns gut geht. Aber wir denken für uns, oh nein, nicht schon wieder Christchurch. Die sind doch erst am Aufbauen von dem letzten schweren Beben. Aber das ist das Risiko von Neuseeland. Die tektonischen Platten verschieben sich jeden Tag und überall auf beiden Inseln werden Beben aufgezeichnet. Aber meist nur ganz kleine, kaum spürbare Beben.
Die erste Nacht verbringen wir in Auckland. Schon von Deutschland aus, buchten wir zum ersten Mal ein Zimmer über AirBnB. Mit dem Leihwagen machen wir uns auf den Weg zu unserer Gastfamilie. Wir werden sehr nett Willkommen geheißen und das Zimmer ist genau richtig für uns. WiFi gibt es auch und so machen wir uns gleich auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Wir brauchen ein Auto, das ist klar. Unseren Camper Bob wollen wir verkaufen, jetzt ist die beste Zeit, der Sommer beginnt und die Touristen strömen ins Land. Aber wir wollen weiterhin mobil bleiben. Jeder der renoviert weiß, dass es schon mal vorkommen kann, dreimal am Tag zum Baumarkt zu fahren! Tatsächlich werden wir schnell fündig. Ein Händler hinter Auckland verkauft einen Mitsubishi Mirage, Baujahr 1994 für umgerechnet 1000 Euro, schnell werden wir mit dem Händler einig und machen uns jetzt auf den Weg zur Shangri La.
Voller Vorfreude fahren wir über den Highway 1, um endlich wieder auf unserem Schiff zu sein. Dort angekommen stellt sich nur noch die Frage, wie wir an Bord kommen sollen. Unser Dinghy liegt an Deck und es führen keine Stege zum Boot. Zum Glück kommt uns ein Motorboot entgegen und der Fahrer bringt uns schnell rüber.
Endlich! An Bord fallen wir uns in die Arme, wir sind zu Hause! Und ein Blick ins Innere zeigt uns, das die Bilgenautomatik über die lange Zeit gute Arbeit geleistet hat. Die Shangri La schwimmt noch, beide Masten stehen und innen ist es nur ein wenig staubig!

Für die nächsten Tage verlegen wir uns in die Whangarei Town Basin Marina. Das Schiff muss gewaschen und geputzt werden und Strom wird ebenfalls benötigt. Außerdem liegt die Marina mitten im Stadtzentrum und von hier können wir alles ganz bequem erreichen. Unseren Camper haben wir für die Zeit, die wir in Deutschland waren, auf dem Parkplatz von Port Whangarei abgestellt. Auch ihn wollen wir wieder zu uns holen. Unser Schiff wird die nächsten Monate dort an Land stehen, also machen wir mit Allister, dem Supervisior, gleich einen Termin zum Kranen aus. Nebenbei fragen wir, ob wir den Camper auf dem Hof ein bisschen reparieren dürfen. Im Gegensatz zur Shangri La hat Bob die sieben Monate nicht ganz so unbeschadet überstanden. Er rostet leise vor sich hin und er braucht neuen TÜV. Natürlich dürfen wir das. Und so bringt Frank den Camper auf Vordermann, zum TÜV und zum Schluss bekommt er sogar noch den Aufkleber „self-contained“. Nun können wir ihn als Campervan für Touristen im Internet anbieten und verkaufen ihn für einen sehr guten Preis. Tschüss Bob, es hat Spaß gemacht!
So vergeht die Zeit bis zum Krantermin. Am 1.12.16 ist es dann soweit. Wir sind dran und voller Motivation, obwohl wir eine lange Liste von Reparaturen, Umbauten und Wünschen haben. Zwischendurch denken wir immer wieder mit Wehmut an die zweite Tasche, die immer noch nicht da ist. Irgendwann fällt uns dann siedend heiß ein, das in dieser Tasche nicht nur die Klamotten von Christine sind, einige Haushaltsgeräte und kleiner Elektrokram, sondern auch das wichtige Satellitentelefon, mit dem wir auf See kommunizieren. Oh man, die Tasche muss wieder aufgefunden werden, denn ein Neues kostet in Neuseeland rund 1000 Euro. Zum Glück erhalten wir einen Tag später die Nachricht, dass sie in Auckland bereit zur Abholung steht. Erleichtert machen wir uns auf den Weg und nehmen die Tasche in Empfang. Mal wieder Glück gehabt.

Nun beginnt das Leben auf einer Werft. Die Shangri La steht auf dem Trockenen und ohne die beiden Masten. Als erstes Projekt, welches ca. einer Woche dauert, bauen wir ein Zelt um unser Schiff. Manche nennen es „Kirche“, andere wieder „Haus“ oder „Plastikpalast“ und manche sagen gar nichts, sondern gucken nur erstaunt und mit großen Augen! Insgesamt verbauen wir 540m Holzlatten, 240 m² Siloplane und ca. 150m PE- Rohr für die Dachkonstruktion!



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Plastikpalst 



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Jetzt geht es los:

Beide Masten werden abgezogen, kleine Risse mit Epoxy repariert, geschliffen und erhalten einen neuen Lackanstrich. Also insgesamt 10 mal lackieren mit zwischen schleifen.Der Tauchkompressor wird eingebaut. Dies erfordert Franks Technikkenntnisse, er wird über unseren Dieselmotor gesetzt und von Diesem mit einem Keilriemen angetrieben.
Die Luken werden abgezogen, geschliffen und 10 mal lackiert.
Die Seitenwände vom Deckhaus werden abgezogen, geschliffen und 10 mal lackiert.
Das Deckhaus wird geschliffen und neu lackiert.
In der Vorschiffskabine müssen die alten Holzseitenteile durch neue Oberflächen ersetzt werden. Das was Holz bleibt, wird neu lackiert.
Der Kühlschrank bekommt eine neue Arbeitsplatte.
Die Kühlschrankfront wird ebenfalls durch eine neue Oberfläche ersetzt.
Lecks werden, so gut es geht, mit Sikaflex abgedichtet.
Das Namensschild wird über lackiert
Das Deck wird gewaschen und geölt.
Der Windgenerator wandert in den Müll. Der verursacht zu große Schäden am Besanmast.
Wir bekommen ein neues Toplicht.
Wasserpass höher setzen und die ersten 20 cm mit Hardantifouling streichen.
Ausbesserungen am Rumpf mit Spachtel, schleifen und neues Antifouling.
Neues Wellenlager
Und viel viel Kleinkram, alles können wir hier gar nicht auflisten!



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Einbau der frisch gestrichenen Luken 



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Der Mastkopf wurde neu aufgesetzt 



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Insgesamt verbringen wir 112 Tage auf dieser Werft. Es ist sehr anstrengend, aber wir haben auch eine gute Zeit. So viele Menschen, alle mit mehr oder weniger den gleichen Problemen kommen zusammen. Wir lernen eine sehr nette neuseeländische Familie kennen. Karen und Craig mit ihren beiden Kindern Blake und Freya. Sie wohnen ganzjährig auf ihrem Katamaran und haben ihn auch selbst neu aufgebaut. Normalerweise segeln sie den Sommer in den Bay of Islands oder im Haruki Golf und im Winter liegen sie in einer Marina in Auckland. Scherzeshalber bezeichnen sie den Winter als „summer in the plug!“. Lustigerweise hat jedes Familienmitglied im Februar, mit einer Woche Unterschied, Geburtstag. So kommt es, dass wir jede Woche in der Gemeinschaftsküche eine Danceparty veranstalten. Außerdem verbringen wir einen schönen entspannten Sonntag am Strand mit Eis und Bodyboarden. Dies ist eine gute Gelegenheit, an etwas anderes zu denken, als an die Renovierung der Shangri La.



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Eis am Strand! 



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Girly Bodyboarden! 



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Doch, es macht Spass! 



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Unsere direkten Nachbarn sind die Franzosen Pascale, Ives, Simon und Lucille auf dem Katamaran Fiuu. Sie gönnen sich über Weihnachten und Neujahr bis in den Januar hinein eine Indienreise. So kann man es auch machen, die Arbeiter der Werft streichen das Unterwasserschiff mit Voranstrich und polieren die Rümpfe auf. So müssen sie nur das Antifouling streichen und zurück geht’s ins Wasser.
Dann ist da noch Klaus auf seiner Yacht, die er selbst gezeichnet und konstruiert hat. Da sein Schiff das erste seiner Art ist, muss er nun in Neuseeland alle Kinderkrankheiten ausmerzen.
Da sind noch so viele Andere, manche waren länger, andere wieder kürzer dort. Das Schöne an dem Ganzen ist, man steht nicht alleine mit seinen Sorgen da. Jeder hat sein ganz eigenes Päckchen zu tragen und man tauscht sich aus.
Auch unsere Zeit ist nun gekommen! Wir kommen zurück ins Wasser. Wir sind so aufgeregt, das uns fast die Tränen kommen. Leider kommen sie schneller, als gedacht! Mit einem großem Abschied mit Winken und Good By Rufen hängen nun wir im Kran. Unser Grinsen reicht von einem Ohr zum anderen. Die Shangri La ist im Wasser und wir wollen erst mal vor der Werft ankern. Nach Feierabend wollen wir weiterhin den Gemeinschaftsraum zum Nähen nutzen. Das ist abgesprochen und auch genehmigt worden!
Wir schmeißen also den Anker. Auf einmal ruft Frank: Wassereinbruch, wir müssen zurück! Mittlerweile ist die ganze Bilge unter Wasser und trotz eingeschalteter Pumpe droht es immer weiter zu steigen. Oh nein, was ist da los? Aus dem Glücksgefühl entsteht schnell eine leichte Panik. So schnell es die Ankerwinde schafft, heben wir den Anker und fahren zurück zum Kran. Glücklicherweise steht die Crew dort schnell wieder bereit und hebt uns raus. Sobald wir aus dem Wasser sind, schaltet Frank den Motor aus, damit er nicht trocken läuft. Doch wir müssen nochmal zurück ins Wasser, weil der hintere Gurt über dem Ruderblatt hängt. Also senken sie uns wieder ab. Und diesmal kommt ein noch viel panischer Ruf von Frank: Up, up. We have to go up! Da der Motor nicht läuft, kommt mehr Wasser ins Schiff, als vorher. Christine steht auf dem Vordeck und heult mittlerweile hemmungslos. Oh nein! Wieder ganz raus? Im Kopf gehen ihr ganz viele Szenarien durch. Und was das alles kostet! Zum Glück behält Frank einen kühlen Kopf und geht alle möglichen Fehlerquellen durch. Und dann findet er auch das Leck. Der Deckel vom Seewasserfilter für die Motorkühlung war nicht richtig festgeschraubt. Solange der Motor lief, konnte ein Teil des Wasser angesaugt werden, aber sobald der Motor stand, lief das Wasser ungehindert in die Bilge.
Wir können wieder Atmen und zurück geht es ins Wasser. Diesmal bleibt alles trocken und wir können Ankern! Puh!

Die nächsten Tage verbringen wir noch vor der Werft. Nähen an unseren Zelten, Bunkern Lebensmittel für die zehntägige Überfahrt nach Fiji, verkaufen unser Auto und wettern den Cyclon Cook ab. Obwohl wir an unserem Punkt nichts abbekommen haben, die Unwetterwarnungen wollten wir aber nicht ignorieren.
Um nicht gleich nach Fiji loszusegeln, sondern uns erst einmal wieder einzusegeln, beschließen wir von Whangarei in die Bay of Islands zu segeln und in Opua auszuklarieren. Schließlich hatten wir über ein Jahr Segelpause! In den Bay of Islands beschließen wir, unsere selbst gezogenen Kauribäumchen auf der Insel Urupukapuka einzupflanzen. Auf der Reise würden sie nicht überleben und es ist auch nicht einfach, Pflanzen an der Biosecurity vorbeizuschmuggeln.
Das Wetter schlägt jetzt um. In der Nacht sind die Temperaturen mittlerweile einstellig. Wir müssen und wollen los. Es ist gar nicht so einfach ein passendes Wetterfenster zu finden. Entweder Wind aus der falschen Richtung oder zu viel Wind. Die Zeit drängt aber, in Fiji erwarten wir Gäste. Am 20. Mai wollen uns Sigi und Michael besuchen. Also legen wir den 1. Mai als Abfahrtstag fest. Tschüss Neuseeland, Bula Fiji!



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Frank`s Geburtstag an Bord 



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Mehr Bilder: Bilder Neuseeland Teil 2



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F I J I 

Bula – Hallo auf fijianisch!

Am1. Mai 2017 verlassen wir Neuseeland. Unser Ziel sind die Fiji Inseln, 1200 Seemeilen nördlich. Immer wieder haben wir das Wetter im Südpazifik beobachtet und nach einem passenden Wetterfenster gesucht. Wirklich perfekt ist die Wetterlage nicht, aber viel länger können wir nicht warten, denn am 20.05. erwarten wir bereits Gäste, in in Fiji an Bord kommen wollen.

Beim Ausklarieren treffen wir einige Skipper, die sich ebenfalls auf den Weg machen, dies zerstreut unsere letzten Zweifel und wir heben den Anker. Täglich holen wir mit unserem Satellitentelefon den Wetterbericht für die nächsten 5 Tage, denn aus dem Tiefdruckgebiet über Vanuatu könnte sich ein Ceylon entwickeln, was dann auch tatsächlich geschieht.

Wie viel Fahrt wird der Wirbelsturm aufnehmen und in welche Richtung wird er ziehen??

Die Anspannung ist groß und daher schreiben wir eine E-Mail an unseren Segelfreund Rolf in Deutschland, mit der Bitte uns eine 8 Tage Vorhersage zu schicken. Entwarnung! Der Ceylon zieht nach Süden ab und wird sich dort auflösen, aber an Wind wird es uns in den folgenden Tagen nicht mangeln. Wir reduzieren die Segel, bis schließlich nur noch die Fock steht. Der Wind pfeift und die See ist so rau, dass wir die Luken schließen müssen. Die Wellen knallen lautstark gegen den Rumpf und nicht Wenige überspülen unser Deck. Fünf Tage und Nächte werden wir durchgeschaukelt bis der Wind endlich nachlässt.

Am frühen Morgen des zehnten Mai fällt der Anker vor der Vuda Point Marina in Fiji. Es herrscht völlige Flaute und der Mond spiegelt sich im Wasser, als wäre nichts gewesen.

Um neun Uhr werden wir über Funk aufgefordert den Anker zu heben und zum Quarantänedock in der Marina zu kommen. Dort wartet nicht nur der Zoll, sondern auch noch fast das gesamte Marina Personal, um uns ein Willkommensständchen zu singen. Wir sind total gerührt – Bula!



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Nachdem wir einklariert sind, verlegen wir an einen Liegeplatz in der Marin, räumen etwas auf, schließen noch schnell den Landstrom an und fallen erschöpft in die Koje. Nach einiger Zeit wird Frank von einem Geräusch geweckt, welches nichts Gutes verheißt. Es ist das Knistern eines Lichtbogens, wie es beim Schweißen entsteht. Er springt sofort auf und entdeckt starke Rauchentwicklung in der Achterkabine. Sofort stellt er den Batteriehauptschalter auf null, doch das knisternde Geräusch hört nicht auf. Es ist der Landstrom! Als wir den Stecker ziehen, hört es auf zu bratzen, jedoch schlagen im gleichen Moment bereits Flammen aus der Deckenverkleidung. Christine steht schon mit dem Feuerlöscher bereit. Nein!! Nicht den Feuerlöscher, wir brauchen Wasser! Nur mit dem Schlüpfer bekleidet, stürzt Christine zum Steg, wo schon jemand mit dem Schlauch bereit steht. Einige kurze Wasserstöße reichen, um das Feuer zu löschen. Und so bleibt uns wenigstens die Sauerei vom Feuerlöscher erspart.

Nach zwei Tagen Arbeit, ist der Schaden behoben. Mal wieder Glück gehabt!

Am 20. Mai kommen Sigi und Michael, die im Internet auf unser „Mitsegeln und Tauchen“ Angebot gestoßen sind und gleich für dreieinhalb Wochen gebucht haben. Beide sind segelbegeistert und sehr erfahrene Taucher.

Bevor die Seereise beginnt, fahren wir erstmal gemeinsam mit dem Bus nach Lautoka, wo wir in diversen Supermärkten und auf dem riesigen Obst und Gemüsemarkt, Unmengen an Proviant einkaufen. Zu guter Letzt lassen wir uns noch 10 Päckchen mit Kawawurzeln im Wert von je 20,-US$ packen und fahren dann mit einem Lastentaxi zurück zum Schiff.



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Wert von je 20,-US$ packen und fahren dann mit einem Lastentaxi zurück zum Schiff. Das Kawa, so haben wir gehört und gelesen, wird dem Chef eines Dorfes als Gastgeschenk übergeben. Wenn er es annimmt, hält er eine Sevusevu Zeremonie ab und die Gäste werden somit willkommen geheißen. Wir werden in den fast drei Monaten in Fiji, jedoch nur zwei Päckchen von dem Zeug los. Sigi und Michael kommen nicht in den Genuss einer sevusevu Zeremonie, denn als wir als einziges Schiff in einer tollen Bucht vor einem Dorf ankern will niemand die berauschenden Wurzeln haben. Im Gegenteil, wir werden reichlich beschenkt. Schon kurz nach dem der Anker im Wasser ist, kommt ein Fischerboot und bringt uns frische Früchte zur Begrüßung, dann fahren die Männer zum fischen raus. Als sie spät am Abend zurückkommen, bringen sie uns frisch gefangenen Fisch und laden uns ein am nächsten Tag an Land zu kommen.



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. Dort werden wir zu Kaffee und Tee eingeladen, bekommen selbstgemachte Marmelade und in unsrem Dinghi liegen schon wieder die nächsten Früchte aus dem Garten unserer Gastgeber.

Die Zeit mit Sigi und Michael vergeht wie im Flug, wir haben viel Spaß beim Tauchen und Segeln, aber auch an Land beim gemeinsamen Lagerfeuer und morgens beim Brötchen backen. Nur das Anglerglück lässt auf sich warten. Am vorletzten Tag fangen wir dann aber doch noch eine spanische Makrele. Am 13. Juni laufen wir wieder in die Vuda Point Marina ein. Für Sigi und Micha geht der Urlaub zu Ende.



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Nur eine Woche später kommt Katja an Bord, die leider nur 8 Tage bei uns bleibt, bevor sie nach Australien weiter reist. Mit ihr bereisen wir die Mamanucas, dies sind die sogenannten „Flitterwocheninseln“. Sie sind sehr nah an der Hauptinsel Vitu Levu und deshalb touristisch erschlossen. Auf fast jeder Insel ist mindestens ein Hotel Resort, aber davon lassen wir uns nicht abhalten, sondern suchen uns schöne Ankerplätze. Wir ankern vor der „Castaway“ Insel, auf der Tom Hanks seinen gleichnamigen Film gedreht hat. Sogar sein Hilferuf in Form von Kokosnüssen ist noch da.



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Wir können uns nicht vorstellen, hier jemals wieder abreisen zu wollen. Ist das Wasser doch sehr klar und es scheint ein kleines Paradies zu sein. Doch leider kommt am nächsten Tag der Chief vorbei und sagt, dass wir bis zum Mittag den Platz verlassen müssen, weil dann ein Touristenboot kommt, auf denen sie den Besuchern den Schein einer verlassenen Insel wahren wollen! Soviel dazu! Aber wir wollen sowieso weiter. Die erste Insel der Yasawa-Gruppe schaffen wir noch. Hier geben wir zum ersten Mal Kava an den Chief des Dorfes und so haben wir die Erlaubnis, sein Dorf zu betreten und einen kleinen Rundgang zu machen. Unser Guide Nessy führt uns durchs Dorf. Zum Schluß bietet er uns an, mit Katja und Christine zum Speerfischen zu gehen. Aber erst, wenn es dunkel ist. Natürlich sagen wir da nicht nein und um sieben Uhr holen wir in mit unserem Dinghy ab. Es ist schon unglaublich, wie lange er die Luft anhalten kann, um dann einen Fisch zu schießen!

Als wir Katja verabschieden, sind wir mittelweile zum dritten Mal in der Vuda Point Marina.



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Danach segeln wir zu den Yasawas. Der Wind war super gut zum Segeln, doch leider zu stark, um die Riffe zu beschnorcheln oder Fahrten mit unserem Dinghy zu unternehmen. So sind wir nur bis zur Blue Lagoon gefahren, in welcher der gleichnamige Film gedreht wurde. Auf dem Rückweg zur uns schon gut bekannten Vuda Point Marina, besuchen wir noch ein Dorf und überreichen dem Chief ein Paket Kava, als Dankeschön, das wir in seiner Bucht ankern dürfen. Am 24.07. klarieren wir aus. Kurz vor unserer Abfahrt werden wir noch vom Marinapersonal aufgehalten. Zum Abschied versammeln sich alle und singen uns noch ein Ständchen zum Abschied. Dann doch mit Tränen in den Augen verlassen wir Fiji und segeln nach Vanuatu. BULA!



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M E H R   B I L D E R   V O N   F I J I 

Bilder Fiji



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V A N U A T U 

Vanuatu

Nach 4 Tagen Halbwindsegeln, was diesmal einigermaßen trocken und ok war, sind wir am 28.07.2017 in die Bucht Port Resolution der Insel Tanna eingelaufen. Wir sind begeistert! Rechts der Bucht sind schroffe Felsen und durch den aktiven Vulkan sprudeln dort heiße Quellen. Links der Bucht ist Sandstrand mit Palmen.
Zoll und Immigration kommen mit dem Jeep aus dem Hauptdorf der Insel angefahren und müssen dann mit dem Dinghi am Strand abgeholt werden.
Im Dorf leben die Menschen fast ausschließlich in Hütten aus Palmenblättern, es gibt keinen Strom und in der Dorfmitte ist eine Wasserstelle mit Handpumpe. Aber jede Familie besitzt eine Solarbetriebene Lampe, um für die Nacht ein wenig Licht zu haben. In der "Markthalle" werden tagsüber die Lampen via Solar aufgeladen. In der Bucht fischen die Männer mit ihren Kanus, die aus dem Stamm eines Brotfruchtbaumes gehauen sind. Wir sehen weder Aluminium oder GFK Boote noch Außenbordmotoren. Man könnte glauben, die Zeit sei hier völlig stehen geblieben, wäre da nicht der Fischer, der in seinem Einbaum zu uns paddelt und uns bittet sein Handy aufzuladen. Der Pastor hat sogar einen Laptop, aber keinen Strom, um ihn zu laden. Kein Problem, immer her damit, wir laden alles auf!



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Fischer in ihren Einbäumen 



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Port Resolution hat auch einen "Yachtclub". Hier werden Touren zum Vulkan, der Hauptattraktion auf Tanna, organisiert. So besteigen wir am Nachmittag des Zweiten Tages die Ladefläche eines Toyota Pickups und werden zum Fuß des Vulkans gebracht.



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Abfahrt zum Vulkan 



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Bevor es zum Kraterrand geht, müssen natürlich erst noch die Götter besänftigt werden. Also wird dem Oberhaupt des Stammes erstmal eine riesige Kava Wurzel überreicht und dann werden traditionelle Tänze aufgeführt. Naja, der aufgebrühte Kava Sud macht zwar den Häuptling glücklich, aber der Toyota läuft damit nicht und die Handyrechnung..., also sind nochmal ca. 100,-€ pro Nase fällig, bevor es zum Kraterrand geht.



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Götterbesänftigung 



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Aber es lohnt sich wirklich!!! Alle fünf bis zehn Minuten gibt es eine Druckwelle und glühende Lava schleudert in die Luft. Wir bleiben bis in die Dunkelheit und bestaunen dieses Naturschauspiel.



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Vulkan direkt vor uns 



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Danach segeln wir weiter zur Hauptinsel der Vanuatus und ankern in Port Vila, in unmittelbarer Nachbarschaft zur "Pazific Hope" einem alten, umgebauten Fischerei-Ausbildungsschiff, mit dem meist europäische Ärzte und Zahnärzte zu entlegenen Dörfern fahren, um dort ehrenamtlich die Menschen zu behandeln. Der ebenfalls ehrenamtlich fahrende Kapitän Klaus, war Lotse im Hamburger Hafen, und so kommt es, dass er mit seinem Beiboot stoppt, als er am Heck der Shangri La sieht, dass ihr Heimathafen Hamburg ist. Wir freunden uns schnell an und wie üblich kommt die Frage nach dem Beruf. Kannst du schweißen???!!!!! Schon ist Frank angeheuert und verbringt die nächsten Tage mit Flex und Schweißgerät.
Seit Fiji segeln wir mit der Segelyacht „Fernweh“ zusammen. An Bord wohnen Bernd und Heike, zwei Ärzte aus Deutschland. Beide sind begeisterte Pferdemenschen und finden es grandios, dass ein Hufschmied eine Weltreise unternimmt. In der Zeit, in der Frank auf der „Pazific Hope“ arbeitet, unternimmt Christine mit Bernd und Heike einen Reitausflug zu einem wunderschönen Wasserfall. Heike ist ebenfalls Taucherin und die „Donazita“ mit Patricia und Djidji sind angekommen, die auch beide Taucher sind. Da Tauchen in der Gruppe immer sicherer ist und wir den Tauchkompressor an Bord haben, sind wir ab sofort ein dreier Konvoi. Zum Glück haben wir auch mehr oder weniger die gleiche Reiseplanung, also gibt es darüber nicht so viele Diskussionen! Im Gegensatz zu Fiji, können wir im Süden von Vanuatu einklarieren, um dann im Norden wieder auszuklarieren. Es liegt also alles auf dem Weg und mit der Windrichtung. Das macht es leichter, eine Route zu kreieren. Immer wenn Zeit war und wir gutes Internet hatten, hat Christine schon mal über gute Tauchplätze recherchiert. Und wenn an unserem Ankerplatz kein Spot eingetragen ist, dann schnappen wir uns unsere Maske und suchen uns selber ein schönes Riff. So tingeln wir langsam von Tanna nach Efate, von dort nach Emae und zum Cook Reef. Auf der Nordwestseite vom Cookreef soll der beste Tauchspot von ganz Vanuatu sein. Da überlegen wir natürlich nicht lange und fahren mit der Shangri La raus. „Shangri La Adventure Tours!“ Dort kann man nicht ankern, also teilen wir uns zwei Gruppen auf. Christine, Djidji und Heike als Erstes und dann folgen Frank und Patricia. Bernd wird zum Steuermann erklärt und fährt mit der Shangri La im Kreis, solange bis die rote Boje auftaucht. Für uns Taucher ist das ein super Gefühl, denn man muss nicht aufpassen, wo man runter gegangen ist und wo man wieder auftaucht.



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Drei Nationen unter Wasser 



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Von Emae geht es dann weiter nach Epi in die Lamen Bay. Laut Reiseführer ist in dieser Bucht ein Dugong ansässig. Dugongs sind Wasserkühe, die gemächlich ihre Runden drehen und dabei am Seegras knabbern. Kaum ist der Anker im Wasser, springen wir mit Maske, Schnorchel und Kamera bewaffnet ins Wasser. Keine Ahnung wieviel Meter wir schwimmend hinter uns bringen, aber es kommt kein Dugong vorbei! Dafür sehen wir eine Menge Schildkröten und hin und wieder einen kleinen Rochen. Dafür lohnt sich der Sprung ins Wasser alle mal!
An Land gibt es ein Dorf und auch das wollen wir erkunden. Leider müssen wir unsere Begeisterung ein wenig zügeln. In dem Dorf auf Tanna war alles sehr sauber und aufgeräumt, kaum Müll zu sehen. In Port Villa, der Hauptstadt ist es schon dreckiger, aber wir dachten halt, weil es eine Stadt ist mit mehr Menschen, ist es mehr oder weniger normal. Aber selbst hier, in diesem Dorf, wo die Menschen ebenfalls in Bambushütten wohnen, liegt überall Plastik herum. Sei es leere PET Flaschen oder leere Chipstüten, einfach leer gemacht und dann gedankenlos an den Wegesrand geworfen. Gut, früher bevor der weiße Mann mit all seinen Verpackungen kam, war die einzige Verpackung, die sie kannten, Kokosnussschale und Bananenschale. Da war es kein Problem, seinen „Naturmüll“ in die Natur zu werfen. Doch leider hat sich in den Köpfen der Bewohner noch nicht der Gedanke breit gemacht, das Plastik aufzuheben und zu sammeln. Natürlich gibt es hier in Vanuatu keine Recyclingstationen bzw. Verbrennungsanlagen. Der ganze Müll wird in der Erde vergraben. Trotzdem könnte man den Strand und die Wegesränder sauber halten. Wie dem auch sei, auf unserem Landspaziergang kommen wir ans letzte Haus des Ortes. Dort wohnt John mit seiner Familie. Er kommt uns entgegen und bietet uns eine grüne Kokosnuss zum Trinken an. Da sagen wir nicht nein, denn es ist sehr warm und unser Wasser ist schon längst leer. So kommen wir ins Gespräch. Er zeigt uns seinen Garten, seine Hühner und Schweine. Und Fischen kann er auch, weil sein Grundstück direkt am Wasser liegt. Sie sind also Selbstversorger. Sogar eigenes Süßwasser ist vorhanden. Also theoretisch brauchen sie kein Geld, wenn nicht die Schule wäre… Für jedes Kind, welches von der ersten Klasse an zur Schule geht, muss Schulgeld halbjährig bezahlt werden. Wie genau er aber das Geld verdient, erfahren wir nicht. Aber John schlägt uns vor, uns ein traditionelles Abendessen zuzubereiten. Wir könnten uns sogar die Hühner aussuchen, die er für uns schlachten wird! Das lehnen wir ab, aber zu dem Abendessen sagen wir zu. Wenn wir die anderen Segler auch noch mitbringen, würde er 20 Vanuatudollar pro Boot nehmen! Aha! So wird es gemacht! Die Anderen sind schnell überzeugt und so fahren wir kurz vor Sonnenuntergang zu seinem Strand. Dort brennt schon ein ordentliches Lagerfeuer und liebevoll ist eine selbstgeflochtene Bastmatte auf dem Boden ausgebreitet. Im Erdofen garen die Hühner und Laplap. Laplap wird durch Stampfen von Brotfrucht, Taro, Süßkartoffeln oder Yamswurzeln in einem Teig zubereitet. Der Teig wird mit Kokoscreme eingerieben und mit Bananenblättern umwickelt. Dieses Packet kommt so in den Erdofen bzw. auf die heißen Steine der Feuerstelle. Der Geschmack ist nicht überragend, weil keinerlei Gewürze verwendet werden, noch nicht mal Salz! Aber das Huhn schmeckt lecker. Dann zeigt John uns die traditionelle Zubereitung vom gekochten Ei. Dafür öffnet er eine braune Kokosnuss im oberen Bereich und schüttet das Wasser aus, dort schlägt er vier Eier hinein und verschließt das Loch mit Blättern. Nun wird die Kokosnuss ins Feuer gestellt. Eine interessante Methode! Wäre jetzt noch etwas Salz und vielleicht Bacon mit drin…!
Aber in allem war es ein sehr schöner Abend. Seine Kinder waren ebenfalls dabei und wir staunen nicht schlecht, als jedes Kind mit einer Fackel losrennt und trockenes Laub in Brand setzt. Das hält die Mosquitos fern! Wow! Hier wären wir auch gern Kind gewesen, selbst die Kleinen wissen schon mit einer Machete umzugehen und Feuer zu machen!
Am nächsten Tag wollen wir aber nun wirklich Dugongs sehen. Wir fahren mit dem Dinghy 5 Meilen in eine andere Bucht und schnorcheln, was das Zeug hält. Aber sie bleiben unsichtbar. Nicht einer lässt sich blicken, nur wieder die Schildkröten! Naja, dann halt nicht.
Wir heben den Anker und segeln weiter zu den Maskelyne Islands. Dies sind kleine Inseln südlich von Malekula. Die letzten Ankerplätze waren alle sehr rollig und ungemütlich – eigentlich immer kam der Heckanker zum Einsatz. Diese verwinkelten Inselchen versprechen einen ruhigen Ankerplatz. Und wir verbringen eine wunderbar ruhige Nacht vor Awai, ohne im Bett hin und her zu rollen und ohne das unvermeidbare Klappern des Geschirrs im Schrank! Auf Awai lebt nur eine Familie. Drei Brüder mit den dazugehörenden Frauen und Kinder und die Mutter der Brüder. Die alte Dame und einer ihrer Söhne kommen am nächsten Tag mit ihrem Kanu zu uns und wollen Früchte tauschen. Wir fragen, was sie gebrauchen können und die Frage kommt auf Zucker. So tauschen wir Zucker und T Shirt für Kinder gegen Papayas und Bananen. Wir sind herzlich eingeladen, an Land zu kommen und sie in ihrem Dorf zu besuchen. An Land staunen wir! Alles ist sauber. Nirgendwo liegt Plastik oder sonstiger Kram herum und die Gärten und Wege sind geharkt. Alle Häuser sind aus Bambuswänden und Palmdächer, bis auf eins. Das steht in der Mitte und wurde aus Beton gebaut. „Was das denn wäre?“ fragen wir. „Natürlich die Kirche!“ kommt die Antwort!
An dem kleinen Strand liegt der Einbaum mit Ausleger. Frank fragt, ob es nicht möglich wäre, damit eine kleine Runde zu paddeln. Natürlich geht das und schon sitzt Frank mit Gigi und Patricia im Kanu, jeder mit einem Paddel bewaffnet und los geht’s. Unterwegs stimmen sie noch ein Lied an. Frank ist begeistert und erstaunt, von weitem sieht das immer so einfach aus! Aber das Steuern ist ein bisschen schwieriger.



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Einbaumfahren mit Dijidji und Patricia 



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Abends verabschieden wir uns mit Lagerfeuer und Getränken von Bernd und Heike, sie segeln runter nach Australien. Wir heben den Anker und segeln weiter zum Port Sandwich. Laut Hafenhandbuch gibt es dort Wasser, unser Tank ist nämlich fast leer und geregnet hat es auch lange nicht. Als wir dort ankommen sehen wir die Betonpier: Völlig verrottet und verfallen, hier hat lange kein Schiff gelegen. Wir beschließen mit dem Dinghy an Land zu fahren und wenigstens zu fragen. Giji und Patricia schließen sich uns an. Doch als wir anlanden, sehen wir Kühe auf Wiesen grasen und ein paar Hühner vorbei laufen, aber keine Menschenseele die wir fragen könnten. Da sagte Gigi zu uns, kein Problem, sie hätten auf der Fahrt hierher 120l Wasser mit ihrem Wassermacher gemacht, die könnten wir haben. Und am nächsten Tag gerne nochmal so viel! Super, dann hätten wir dieses Problem ja gelöst! Wir gehen noch ein wenig hier spazieren und kommen zum nächsten Ort. Dort läuft uns schon eine Kinderschar entgegen und sofort hat Christine an jeder Hand zwei kleine Kinderhände! So oft bekommen sie dort keinen Besuch von Touristen, dementsprechend groß ist die Freude.



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Die Kinder haben Spaß! 



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Wir fragen, wo denn hier der Supermarkt ist. Da um die Ecke, kommt die Antwort, aber der hat zu! Gegen sechs öffnet er wieder. So gehen wir noch ein wenig spazieren, spielen und laufen mit den Kindern um die Wette und gehen dann zurück zum Dinghy. Dort fahren wir die ganze Strecke nochmal zurück, denn Bier ist alle und wir haben eine große Satellitenanlage gesehen, die gutes Internet verspricht. Wir können tatsächlich störungsfrei nach Deutschland telefonieren.
Da wir in dieser Bucht nicht baden können, laut Buch war hier früher eine Schlachterei, die ihre Abfälle in die Bucht geschmissen haben und somit die Bullenhaie aggressiv gemacht haben, fahren wir am nächsten Tag zur Insel Ambrym. Ambrym hat ebenfalls einen aktiven Vulkan und in der Dunkelheit kann man den roten Schimmer über der Insel gut erkennen. Aber diesen Krater besuchen wir nicht, das wäre ein Fußmarsch von 7 Stunden hoch und auch wieder runter. So gut sind wir zu Fuß nicht! Stattdessen schnorcheln wir ein wenig und lernen das holländische Segelschiff Tara mit Jacomine und Roel kennen. Jacy taucht auch gerne und so fahren wir mit den Dinghy zu einer Wand und tauchen dort! Die Tara möchte ebenfalls zu den Föderierten Staaten von Mikronesien, das erste Schiff überhaupt, welches die gleiche Route fährt! So tauschen wir Informationen aus und stimmen ein wenig den Zeitpunkt ab. Doch das ist gar nicht so einfach, denn man braucht ein Vorabvisum, welches nur ein Monat gültig ist. Und leider nehmen die das Datum, wann die E-Mail verschickt wurde. Alles sehr paradox und unverständlich. Wir müssen spätestens am 26. September dort sein, Die Tara am 16. Da sie diese Info aber nicht hatten, ist nun die ganze Planung durcheinander. Alleine die Fahrt dauert mindestens 10 Tage und wir haben schon Ende August. Aber sie sehen es locker und bitten um Verlängerung.
Tara und Donazita bleiben noch ein wenig auf Ambrym, aber wir heben den Anker und segeln mit relativ gutem Wind nach Espiritu Santo, Luganville. Luganville ist mal wieder eine größere Stadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen. Außerdem brauchen wir jetzt wirklich Wasser und das Schiff muss auch geputzt werden. Wir fragen in der Universität für nautische Berufe nach, ob wir deren Anleger benutzen dürfen, um Wasser aufzufüllen. Dies wird uns freundlich gestattet. Während Christine an Bord bleibt, das Schiff wäscht und Wasser auffüllt, fährt Frank mit Taxi und Dieselkannistern in die Stadt zum Tanken. Drei Fahrten später, ist der Dieseltank und Wassertank voll und wir liegen wieder vor Anker.
Hier in Luganville waren früher die Amerikaner stationiert. Als sie die Vanuatus aufgegeben haben, luden sie alles was sie hatten, ins Meer ab. LKWs, Panzer, Trecker, Bulldozer und sonstige Fahrzeuge. Dieser Ort heißt Million Dollar Point. Ein sehr beliebter Schnorchel Platz. Auch wir packen unsere Schnorchel Sachen und fahren mit dem Taxi hier hin. Das Licht war super und so konnte Christine schöne Fotos machen.



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Bewachsenes Wagenrad 



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Man kann richtig sehen, wie die Natur sich alles einverleibt. Kanonenrohre bewachsen mit Korallen und Anemonen, künstliche Höhlen nun bewohnt mit Fischen. Sogar einen Dugong sehen wir! Endlich!



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Dugong 



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Auch ein Wrack liegt hier in der Nähe. Die SS President Cooligde, ein amerikanisches Schiff welches über seine eigenen Minen gefahren ist. Eigentlich wollen wir dieses Wrack auch betauchen, aber der Landzugang ist privat und von See aus geht auch nicht. Über die Tauchschule war es uns zu teuer. Aber egal, denken wir. Im Chuuk Atoll gibt es 72 Wracks, dann machen wir das dort!
Auf dem Weg von Ambrym nach Luganville hatten wir mal wieder Angelglück! Einen 1m großen Mahi Mahi zogen wir an Bord. In einem Geschäft fanden wir dann einen Garkocher, den wir zum Smoker umfunktioniert haben. Nun können wir die großen Fische portioniert räuchern und einschweißen! Lecker!



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Fertig zum Räuchern 



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Wir verbringen noch einige Tage auf Espiritu Santo an der Ostküste, ankern vor einem Fluss der zu einem Blue Hole führt und helfen der Donazita, die einen kaputten Propeller hat. Frank und Gigi tauchen und wechseln den Propeller unter Wasser. Mit dem Dinghy fahren wir den Fluss hoch und schwimmen im saubersten Süßwasser. Im Blue Hole kommt das Wasser direkt aus der Erde. Eine riesen große Badewanne!
Da wir doch ein wenig unter Zeitdruck stehen, heben wir den Anker und segeln zur Insel Gaua. Wir ankern vor einem Ort, der uns 100 Jahre in die Vergangenheit führt. Die einzige Möglichkeit, für die Bewohner Besuch zu bekommen oder weg zu fahren, führt über den Seeweg. Und so sind sie sehr erfreut, dass wir dort ankern. Insgesamt sind wir drei Schiffe, Donazita, Tara und wir. Wir hatten wieder richtig Glück, ein 1,50m großer Wahoo biss in unseren Köder! Den haben wir gleich in Stücke geschnitten und gesmokt! Das ist unser Reiseproviant nach Mikronesien, abgegeben haben wir natürlich auch!



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Wahoo 



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Die Einheimischen kommen uns in ihren Einbäumen besuchen und fragen nach Tauschware. So tauschen wir T-Shirts, Kaffee und Zucker gegen Tomaten, Frühlingszwiebeln und Papayas.
In Vanuatu gibt es viele unterschiedliche traditionelle Tänze und Riten, meistens vorgeführt vor hunderten von Touristen für viel Eintrittsgeld. Dies ist für uns nichts, wir wollen keine „Zirkusshow für Touris!“, also bleiben wir solchen Sachen fern. Aber der Chief von diesem Ort, bietet uns ein ganz privates, kleines Festival an. Einmal für uns und zum Anderen, damit die Kinder die traditionellen Tänze und Riten lernen. Da sagen wir natürlich zu. Wir können nur sagen: Wow! Wir dachten, da wird ein bisschen getanzt und gesungen und das war es! Nein! Sie haben sich richtig Mühe gegeben. Hier müssen wir das erste Mal wirklich sagen, schaut euch das Video auf YouTube an, erst dann kann man verstehen, was wir meinen.
Sie haben uns gezeigt, wie sie kochen, wie die Palmblätter für den Häuserbau geflochten werden, den Frauentanz, den Männertanz und die Watermusic. Am Ende wurden wir zum Essen eingeladen und Cava mit uns getrunken. Es war der beste Geburtstag von Christine!!!!



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Custom Dance der Männer 



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Am nächsten Tag spielen wir Taxi für die Männer im Ort. In einem Dorf auf der Nordseite von Gaua findet ein Kirchenfestival statt und sie fragten, ob wir und die Donazita sie dorthin bringen könnten. Das haben wir nicht besser gewusst und sagten natürlich ja! Wir nehmen also 4 Passagiere auf und haben noch das Dorfeigene Motorboot für den Rückweg im Schlepp. In diesem Boot sind noch mal zwei Männer plus ein lebendes Schwein, das sie dort schlachten wollen. Als wir dann um die Ecke fahren, bläst uns der Wind auf die Nase und eine meterhohe Welle wirft uns auf und ab. Mit vollen 2000 Touren fahren wir nur 2 Knoten! Nach 5 Stunden gegen an motoren, kommen wir endlich dort an und verabschieden unsere Mitfahrer.



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Das Dorfeigene Boot im Schlepp 



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Wir setzen Segel und fahren nun mit Halbwind zu unserem eigentlichen Ziel Vanua Lava, Port Patteson. Hier besteht die letzte Möglichkeit auszuklarieren, bevor wir weiter nach Mikronesien fahren. Nur leider ist der örtliche Immigrationofficer nicht da, er ist zurzeit auf Santo, soll aber in den nächsten Tagen wieder kommen! Das ist ein bisschen blöd, weil viel zu sehen gibt es an Land nicht und Tauchplätze finden wir auch nicht. So vertrödeln wir die letzten Tage mit sauber machen, Spaziergängen, einem Kirchenfestival und Sundownern auf unseren befreundeten Yachten. Die Donazita hat sich kurz entschlossen, uns nach Mikronesien und Palau zu begleiten, eigentlich wollten sie über Papua Neuguinea nach Indonesien. Aber mit mehreren Schiffen ist reisen angenehmer und wir haben ja den Tauchkompressor! Als der Zollbeamte nun endlich einen Fuß auf die Insel setzt, gibt uns die Touristikinformation Bescheid. Frank und die anderen Segler machen sich auf dem Weg zum Office. Doch der Beamte war nicht da! Er dachte, er könnte sich einen freien Nachmittag gönnen, zumal heute auch Samstag ist. Aber er rechnete nicht damit, auf einmal 5 Leute vor seiner Tür stehen zu sehen, die alle ausreisen wollen! Also zieht er sich seine Uniform wieder an und macht sich auf dem Weg zum Büro. Nun endlich bekommen wir die notwendigen Ausreisepapiere und können los. Eine Insel ist da noch, die wir unbedingt noch besuchen wollen. Wir nennen sie die Hufeiseninsel, sie sieht von oben aus wie ein Hufeisen. Dort wo wir ankern, ist der Krater des Vulkans. 100m unter uns! Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, auch wenn wir wissen, dass dieser Vulkan längst erloschen ist. Wir kommen im Dunkeln an, die Tara ist ca. 5 Meilen vor uns. Per Funk fragen wir nach Koordinaten für den Ankerplatz. Roel meint, das ist nicht nötig, sie wurden von einem Kanufahrer zum Ankerplatz begleitet und wir können neben ihnen ankern. Als wir in die Bucht einbiegen. Kommt uns ebenfalls ein Paddler entgegen und führt uns im Stockdunklen zum Ankerplatz. Wow, wir sehen die Hand vor Augen nicht und er weiß genau, wo der Anker liegen muss!
Am nächsten Tag im hellen Schein der Sonne, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Ringsum ragt steil nach oben die Vulkanwand und oben stehen die Palmen und Mahagonibäume. Auf unserer Seite ist es eben und dort steht auch das Dorf dieser Insel. Auch diese Bewohner bekommen nicht viel Besuch und so paddeln sie zu uns herüber, bringen ihre Kinder mit und wir kommen ins Gespräch.



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Matthew mit seinem Sohn 



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Dezent wird nach Gebrauchsgütern, wie Handschuhen, Angelhaken und Kleidung gefragt. Leider hat der diesjährige Cyclon Donna ihre Obst und Gemüseplantagen beschädigt, so dass die Früchte mal gerade für sich selber reichen. Zum Tauschen können sie uns nicht viel anbieten. Da sagen wir natürlich, dass wir ihnen die Sachen schenken. Das ist ja selbstverständlich. Gegen Mittag paddeln wir mit unserem Dinghy an Land, wir haben noch Vanuatugeld und haben gehört, dass der Bruder des Chiefs Holzarbeiten herstellt. Wir begeistern uns für einen Fisch. Es ist sehr gute Handarbeit und für umgerechnet 20 Euro, nehmen wir in mit. Auf der Rückseite steht sogar sein Name und der Ort: Andrew Mokinda, Divers Bay, Ureparapara, Vanuatu. Bei dem Rundgang entdeckt Frank die Antenne für Kurzwellenfunk. Doch leider ist sie kaputt.
Nachdem wir formell mit Blumenkranz im Dorf begrüßt wurden, machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Shangri La. Ein Katamaran mit zwölf Leuten ist eingetroffen, welche viele Kisten und Taschen mit Geschenken bringen. Alle Dorfbewohner warten schon in freudiger Erwartung auf die Verteilung dieser Sachen. Da wollen wir nicht stören und fahren nach Hause.
Nun wird es aber auch für uns Zeit, Vanuatu zu verlassen. Es war eine sehr schöne Zeit. Wir konnten einmal hautnah miterleben, wie man auf traditionelle Art und Weise, das Leben mit der modernen Zeit verbinden kann. Auch die Gastfreundschaft dieser netten Leute wird uns stets in Erinnerung bleiben.
Vanuatu, ein Land vor unserer Zeit.



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The second Chief 



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M E H R   B I L D E R   V O N   V A N U A T U 

Bilder Vanuatu
Bilder Vanuatu 2



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F Ö R D E R I E R T E   S T A A T E N   V O N   M I K R O N E S I E N 



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P O H N P E I 

Am 10.09.2017 verlassen wir Uruparapara und segeln nach Norden. Unser Ziel ist Pohnpei (sprich: Ponnapee!). Diesmal segeln wir abseits der Blauwasserroute, wir wollen dorthin, wo nicht schon tausende Segler vor uns waren oder pro Jahr ankommen.
1346 Seemeilen liegen vor uns, rund 12 Tage auf See. Wir segeln von 11° Süd nach 6° Nord, überqueren dabei den Äquator und durchfahren die innertropische Konvergenzzone, somit rechnen wir mit einer Flautenzone und mit gelegentlichen Squalls. Wir setzen die Segel, aber der Motor bleibt zur Unterstützung an. Die kurzfristigen Schauer segeln wir ohne Motor ab. Leider ist ein Squall so stark, dass es uns die Fock zerreißt, doch zum Glück haben wir noch eine kleinere Sturmfock.
Meistens haben wir den Klüver, die Fock und unser rotes Besanstaksegel draußen, denn das Besanstak lässt sich schneller bergen, als unser Großsegel. Am Äquator geben wir das Segeln auf. Es weht absolut kein Lüftchen und auch die Squalls lassen nach. Der Diesel brummt und brummt. Innen haben wir bereits eine konstante Temperatur von 37° und draußen brennt der Planet. Der Vorteil von einer Motorfahrt ist , dass wir immer Strom haben. Also gekühlte Getränke sind immer griffbereit. Der Nachteil ist, dass es innen noch wärmer wird. Und Brot gebacken werden muss auch! Die tägliche Salzwasserdusche auf dem Klüverbaum ist das Highlight des Tages und zum Sonnenuntergang teilen wir uns ein kaltes Bier. Ach, es könnte schlimmer sein! In der Nacht machen wir es uns abwechselnd im Cockpit gemütlich und genießen den Sternenhimmeln und zählen die Sternschnuppen.
Am 22.09.17 kommen wir zeitgleich mit der Tara und der Donnazita am Mainport von Pohnpei an. Wie schon im Vanuatubericht erwähnt, ist die Bürokratie in diesem Land sehr kompliziert. Das Entre - Permit ist ab Erhalt vier Wochen gültig. Unseres läuft morgen aus, wir haben gut getimed, aber das der Tara ist bereits am 16. abgelaufen und die Donnazita hat noch nicht mal eins, weil die Behörden die Email ignoriert haben. Aber beide Boote können anhand des Emailverkehrs nachweisen, dass die Schuld bei den Behörden liegt, denn sie haben mehrmals per Email eine Verlängerung beantragt bzw. einen Neuantrag gestellt. Also können sie einreisen.
Nach dem Einklarieren fahren wir nun zum Ankerplatz und bauen unsere Zelte auf. In der Literatur steht, dass Pohnpei das Land mit der Größten Niederschlagsmenge weltweit ist. Da unser Wassertank nur noch 200l hat, bauen wir das vordere Zelt in den Wasserfangmodus um und stecken den Schlauch in den Tank. Und tatsächlich! Ca. eine halbe Stunde später öffnet sich der Himmel und es schüttet wie aus Eimern. Man kann die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Wir nutzen diesen Schauer, um an Land alle wichtigen Dinge zu erledigen. Unser Permit muss verlängert werden und Christine muss zum Arzt. Zum Abschied von Vanuatu hat sie sich am kleinen Zeh verletzt, der sich auf der Überfahrt böse entzündet hat. Fieber, Schüttelfrost und geschwollene Lymphknoten in der Leiste begleiteten sie auf der gesamten Überfahrt. Unser Antibiotikum und antiseptische Salben haben nicht geholfen, nur die tägliche desinfizierende Waschung hat ein wenig Linderung gebracht. Natürlich muss man beim Einklarieren so tun, als ob alles in Ordnung wäre, sonst gibt es vielleicht noch Stress mit der Quarantäne Behörde.
Nachdem wir nun unser Permit verlängert haben und der Zeh verarztet wurde, begeben wir uns zurück zum Schiff. Einkaufen macht bei diesem Wetter keinen Spaß. Am Ankerplatz ist eine kleine Bar, dort gibt es Internet und ein kühles Bier. Hier sagen wir nun unseren Familien und Freunden Bescheid, dass wir gut angekommen sind. Es hat mittlerweile aufgehört zu regnen und ein wunderschöner Regenbogen begleitet uns zurück zum Schiff. Tatsächlich ist unser Wassertank voll!

Etwa um 1899 herum beschloß unser Kaiser Wilhelm, dass es doch förderlich wäre, im Pazifik Inseln zu besitzen. Desalb kaufte er nach langen Verhandlungen die Inseln Kosrai, Pohnpei, Chuuk, Yap und Palau dem spanischen König ab. Doch 1914 verloren wir diese Inseln an die Japaner, welche bis zum Ende des zweiten Weltkrieges dort die Besatzung übernahm und einen grausamen Raubbau an der Bevölkerung und dem Land vornahmen.
Immer wenn uns ein Mikronesier fragt, wo wir denn herkommen und unsere Antwort „from Germany“ lautet, erscheint ein Lächeln auf dem Gesicht und die Erwiderung, dass mindestens ein Vorfahr aus der Familie deutsch war und sogar auch einen deutschen Namen trägt.

Natürlich haben wir wieder einiges auf unserem Zettel stehen, was erledigt werden muss. Der Motor verlangt einen Ölwechsel, unsere Gasflaschen zum Kochen müssen befüllt werden, es muss Einiges eingekauft werden und Djidji von der Donnazita fragt, ob Frank ihm bei der Reparatur vom Kühlschrank helfen könnte. Der übliche Riggcheck muss gemacht werden und wir müssen Wäsche waschen. So verbringen wir viel zu viel Zeit auf einer Stelle und das obwohl uns die Zeit im Nacken sitzt. Spätestens am 22.10. müssen wir im nächsten Staat sein, um unser Permit zu verlängern. Um Pohnpei auch noch zu bereisen, beschließen wir zu sechst ein Abfahrtsdatum. Pohnpei hat schließlich mehr zu bieten, als die Hauptstadt Kolonia. Unter anderem ankern wir direkt vor dem äußeren Saumriff, sehen Mantarochen beim Tauchen, duschen unter dem meistfotografierten Wasserfall Pohnpeis und picknicken zwischen den sagenumwobenen Steinen von Nan Madol.



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Die Crew der Donnazita, der Tara und wir nach einem Bad unter dem Kepirohi Wasserfall



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Auf der Insel gab es schon vor langer Zeit eine hochentwickelte Kultur, deren Leistungen das Nan Madol zeigen. Es ist eine Ruinen- Stadt erbaut auf 92 künstlich angelegten Insel jeweils so groß wie ein Fußballfeld auf einem Korallenriff errichtet. Nach heutigen Erkenntnissen war diese Stadt ein Ritualzentrum und Wohnstätte von Clanoberhäuptern und deren Priester.



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Picknick in Nan Madol 



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Doch nun müssen wir zurück zum Mainport. Wir klarieren aus und wollen nun Richtung Chuuk fahren, dem nächsten Staat Mikronesiens. Auf dem Weg dorthin sind noch zwei Stopps geplant. Der Erste ist das Ant Atoll. Dies ist ein privates Atoll und auch hier müssen wir uns vorher eine Genehmigung einholen. Warum es Ameisen Atoll heißt, wissen wir nicht. Leider bleibt uns unsere gesundheitliche und technische Pechsträhne erhalten. Auf der Strecke von ca. 6 Meilen, streikt unser Pinnenpilot. Dieses technische Gerät ersetzt unseren Steuermann bei Flaute. Also unser wichtiges Gerät in dieser Region. Roel und Jacky bekommen mit, dass unser Pinnenpilot nicht mehr zu reparieren ist und schenken uns Ihren. Der ist aber auch defekt, zumindest der eingebaute Kompass. Aber es besteht die Möglichkeit, diesen an unser GPS anzuklemmen und zu hoffen, dass er nun die Koordinaten vom GPS nimmt und nicht vom eigenen Kompass. Doch leider klappt es nicht und wir geben nach drei Probefahrten auf. Nun hoffen wir auf Wind, um nicht selbst steuern zu müssen.
Die Tara verabschiedet sich nun von uns, denn sie haben einen anderen Zeitplan als wir. Vielleicht treffen wir sie noch in Chuuk. Ebenso werden wir fast zeitgleich krank. Während die Crew der Tara und der Donnazita fröhlich im Pass tauchen, quälen wir uns mit Grippe herum. Fieber, Husten und Schnupfen machen bei 34° Außentemperatur keinen Spaß. Um uns ein wenig abzukühlen hängen wir uns bei den kurzen Regenschauern vorne an die Ankerkette und baden im 30° warmen Wasser, während uns der Schnodder aus der Nase läuft! Nach etwa einer Woche ist auch dies überstanden und zumindest wollen wir den Eingangspass des Atolls beschnorcheln. Das macht Spaß! Bei einlaufendem Wasser herrscht eine gewaltige Strömung. Wir fahren mit den Dinghy so hoch wie möglich, hüpfen ins Wasser mit Maske und Schnorchel, halten uns am Dinghy fest und lassen uns wieder rein treiben. Dabei fliegen wir an wunderschönen Korallen und Fischen vorbei. Dies machen wir so oft wie möglich. Glücklicherweise fängt das auflaufende Wasser am Vormittag an, so dass wir die Mittagssonne nutzen können und auch was sehen! Djidji und Patrizia beteiligen sich ebenfalls an unserer Achterbahn- Schnorchelfahrt und wir haben zusammen viel Spaß.
Abends laden wir die Beiden noch zum Sundowner ein. Wir haben einen schönen Abend auf der Shangri La. Nachdem sie wieder zurück zur Donnazita sind, bauen wir uns unser Kino im Cockpit auf. So lässt ein schöner Tag einen entspannten Abend folgen und verspricht eine geruhsame Nacht. Der Film fängt gerade an, als wir sehen, das auf der Donnazita hektisch mit der Taschenlampe zu uns rüber gewunken wird. Unser Funkgerät ist natürlich aus! Schnell funken wir sie an und fragen, was los ist. „Our Dinghy is lost!“ Schnell räumen wir unser Kino weg, schnappen uns die Handfunke und den Suchscheinwerfer und schon geht es los, auf der Suche nach dem Beiboot Donnazitas. Es ist Neumond und wir sehen nichts, das Problem ist, das gerade ablaufend Wasser ist und das Dinghy schnell über die Riffkante des Atolls getrieben werden kann. Aber es ist stockdunkel. Selbst die Ankerlichter unserer Schiffe sind nicht mehr zu erkennen. Über die Handfunke teilt Patricia uns mit, dass wir Djidji abholen sollen, er hat nimmt sein Tablet mit GPS mit. So finden wir wenigstens im Dunkeln zurück. Da ja ablaufend Wasser ist, ist es für uns nur logisch Richtung Pass zu fahren. Wir leuchten hin und her, aber nirgends blitzt was Weißes auf. Wir sehen nur Wasser und durch das Licht aufspringende Fische. Aber wir geben die Suche nicht auf und suchen weiter. Doch auf einmal ändert sich das Wetter. Dicke Wolken ziehen auf und der Wind frischt auf zu einem ausgewachsenen Sturm. Aus einem Ententeich ist eine windgepeitschte hohe See geworden und es schüttet aus Kübeln. Die Sichtweite beträgt vielleicht fünf Meter – wenn es hell genug wäre, um überhaupt etwas zu sehen. Es hat keinen Zweck, wir müssen umdrehen um uns nicht selbst zu gefährden. Gesagt getan und nun fühlen wir das ganze Ausmaß dieses Squalls: Wind, Welle und Regen kommt nun von vorne. Jede Welle bricht in das Dinghy, der Regen peitscht uns kalt ins Gesicht. Das Dinghy läuft immer voller – das Lenzventil schafft es nicht… Christine sucht irgendwas zum Schöpfen und findet noch die zwei Schnorchelmasken, eine davon drückt sie Djidji in die Hand und die Beiden fangen an, wie das Zeug zu schöpfen. Frank spricht die ganze Zeit beruhigende Worte wie zu einem Pferd, zu dem Motor. „Bitte, halte durch. Geh jetzt nicht aus. Du schaffst das“. Zwischendurch funkt Christine Patricia an, sie soll alle Lampen an Bord anmachen, die sie haben. Wir sehen nichts. Laut GPS müsste doch bald die Donnazita vor uns auftauchen. Djidji und Christine schöpfen unermüdlich weiter, Frank kann kaum noch nach vorne gucken. Salzwasser und Regen laufen ständig in seine Augen. Da… wir sehen die Lichter der Donnazita und geben Jubellaute von uns. Patricia möchte uns noch zum Tee einladen, aber wir fahren nach Hause. Unsere Mittelluke ist offen…
Der nächste Morgen zeigt einen traumhaften blauen Himmel und die ersten Strahlen der Morgensonne. Früh machen sich Frank und Djidji erneut auf den Weg. Und tatsächlich, nach einer Stunde Suchen, finden sie doch das Beiboot mit dem Karabiner am Riff hängend. So ein Glück!
Aus Dank möchte Djidji unbedingt unser Unterwasserschiff schrubben. Wir sind ja noch immer erkältet und mit dem Tauchen klappt es noch nicht so, deshalb sagen wir ja. Nach fünf Minuten kommt Djidji wieder hoch und verkündet uns die nächste Hiobsbotschaft. Die „big catastroph“ ist Folgende: Die Mutter, die den Propeller an der Antriebswelle hält, ist total vermodert und verrottet. Wir gucken uns erschrocken an. Wenn der Propeller während unserer Probefahrten für den Pinnenpiloten abgefallen wäre, säßen wir jetzt da. Ohne Propeller und ohne Möglichkeit von hier weg zu kommen. Oder mitten auf See bei Sturm oder Flaute. Stumm danken wir all unseren Schutzengeln, die immer ein Auge auf uns haben und Schlimmeres verhindern.
Aus unserer Kramkiste wird eine ähnliche Mutter genommen und mit viel Improvisation etwas gebaut, was bis zum nächsten Baumarkt hält.
Naja, zumindest der Wassertank ist wieder voll.
Nun heben wir den Anker, verlassen den Inselstaat Pohnpei und segeln zum Staat Chuuk.




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Mehr Bilder: Bilder Pohnpei



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D E R   S T A A T   C H U U K 

Nach 266 Seemeilen erreichen wir am 15.10.17 das Luconor- Atoll. Luconor ist bereits dem Chuuk- Staat zugeordnet. Tagsüber wehte immer ein leichtes Lüftchen, so konnte die Windfahne für uns steuern, doch in der Nacht flaute der Wind ab und wir wechselten uns im 6 Stunden Rhythmus am Steuerrad ab. Bei der Einfahrt in das Atoll stellen wir fest, dass unsere Seekarte nicht stimmt. Zum Glück lassen wir immer noch ein anderes Programm mitlaufen und wir können unseren Standort auf Satellitenbildern überprüfen. Dank dieses Programms kommen wir sicher durch den Channel und ankern direkt vor dem Dorf. Es ist Sonntag und wir wollen uns ein wenig die Füße vertreten. Der erste Eindruck ist diesmal nicht ganz so schön. Das Dörfchen ist zwar hübsch angelegt und auch sauber, aber die Bewohner machen einen seltsamen Eindruck auf uns. Als ob sie betrunken wären. Wir drehen eine kurze Runde und dann geht’s schon wieder zum Schiff zurück. So merkwürdig haben wir uns noch nie gefühlt. Da wir uns aber nie auf den ersten Eindruck verlassen, wagen wir am nächsten Tag einen neuen Versuch. Hier zeigt sich die Freundlichkeit der Bewohner und die verspielte Neugier der Kinder. Diesmal bleiben wir länger an Land und gucken uns alles ganz genau an. Uns fällt auf, das die Häuser im Dorf sowohl aus Beton als auch aus Bambus bestehen. Wir treffen einen netten jungen Mann, der Englisch spricht und sprechen ihn darauf an. Er erklärt es uns folgendermaßen: Die Häuser aus Beton sind noch aus der Besetzungszeit der Amerikaner, aber die verfallen so langsam und neuer Beton ist zu teuer und schwierig zu beschaffen. Also fangen sie jetzt wieder damit an, auf die traditionelle Art ihre Häuser aus Bambus mit Palmblattdächern zu bauen. Diese sind viel einfacher instand zuhalten, als die Häuser aus Beton. Außerdem ist das Klima in den Bambushütten viel gesünder, weil luftiger. Schimmel setzt sich so gut wie nicht an. Das erscheint uns einleuchtend.



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Haus in traditioneller Bauweise 



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Zum Tauchen finden wir leider nichts in dem Atoll, aber nicht weit von uns entfernt ist ein schöner Schnorchelplatz. Nach drei Tagen schnorcheln, relaxen und spazieren gehen, heben wir den Anker und segeln nun zur Hauptstadt von Chuuk, nach Weno. Die vier Wochen sind um und wir brauchen ein neues Permit. Wir hoffen auf Wind, damit wir die 162 Seemeilen nicht mit der Hand steuern müssen.
Ein Sprichwort passt ganz gut: Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen! Ebenso: Entweder Hunger oder Schlecht, dazwischen gibt es nichts!
Und so ist es auch. Auf dieser kurzen Strecke geraten wir von einem Squall in den Nächsten. Es ist ganz schön nervenaufreibend, immer achtsam zu sein. Schafft es die Steuerung oder muss man eingreifen? Aus welcher Richtung kommt der nächste Schauer? Wie lange hält er an? Können wir den Kurs halten? Und zwischen den Schauern herrscht Flaute. Im Chuuk- Atoll bekommen wir noch einmal einen kräftigen Regenschauer, dies ist ganz gut, denn sofort kommt der Schrubber raus und unser Deck ist wieder salzfrei!
Kurze Zeit darauf, machen wir auch schon an der Hafenmauer von Weno fest. Diesmal haben wir keine lange Wartezeit auf die Beamten von Zoll und Immigration. Beim ersten Anfunken antwortet der Port Captain sofort und leitet alles für unsere Einklarierung in die Wege. Festgemacht an der Pier sind wir schockiert. Im Wasser treibt Müll, ein Langboot jagt das Nächste und der Schwell der Meeres schubst uns immer wieder an die Pier. Einer von uns steht dauerhaft Mitschiffs und versucht die Shangri La von der Wand abzudrücken, während der Andere die Angelegenheiten mit den Behörden regelt. In der Literatur über Chuuk steht, dass es für Segler im westlichen Bereich des Atolls nicht sicher ist. Es wird immer wieder von Überfällen auf Yachten berichtet. Dies macht uns misstrauisch und so bleiben wir erst mal hier. Wir werfen den Anker auf 7 Meter genau vor der kleinen Einfahrt zur Stadt. Das Chuuk Atoll besteht aus vielen kleinen Inseln innerhalb eines Saumriffs. Und fast jede Insel ist bewohnt. Doch die einzige Möglichkeit, um Lebensmittel und Dinge für den täglichen Gebrauch zu bekommen, sowie Banken, Post und ärztliche Versorgung ist nur auf Weno möglich. Hier herrscht mehr Bootsverkehr als im Hamburger Hafen und alle sind mit Zweitakter unterwegs. Wird ein Kanister mit Benzin betankt, kommt das dazu gehörende Zweitaktöl in den Kanister und die leere Kanne fliegt ins Meer. An Land setzt sich diese, wie sollen wir es nennen, Schweinerei fort. Wir glauben, die Segler sind die Einzigen, die die großen Müllcontainer nutzen. Auf einer kleinen geführten Tour mit einem Leihwagen, setzt sich dieser Anblick fort. In den Mangroven stehen Schrottautos – einfach vom Straßenrand geschubst und dem Verfall überlassen. Die Straßengräben sind voll von streunenden Hunden und Katzen, die nach Essbaren suchen. Von vornherein wollten wir nicht lange bleiben. Nur unser Permit verlängern und ein paar Tauchgänge machen, denn Chuuk ist unter den Taucher ein Must to do. Hier liegen 72 japanische Wracks auf dem Grund des Atolls.



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abgestellte Autos in den Mangroven 



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Am 17. und 18. Februar 1944 beschloss die amerikanische Streitmacht das Chuuk- Atoll anzugreifen und die japanische Flotte zu versenken. Das seit dem ersten Weltkrieg von Japanern besetzte Atoll, wurde zum wichtigsten Flottenstützpunkt im Südpazifik ausgebaut. Die Operation Hailstone wird von Historikern gerne als die Rache von Pearl Harbour bezeichnet. Aus irgendeinem Grund erfuhren die Japaner von diesem Plan und schafften es, ihre Kampfschiffe rechtzeitig nach Palau zu verlegen. Nur ihre Versorgungsschiffe und die Luftflotte ließen sie in Chuuk. Und diese Wracks kann man nun betauchen, aber es ist aus Pietät nicht erlaubt, dies auf eigene Faust zu unternehmen. Wir suchen uns eine Tauchschule, die dies anbietet. Schnell werden wir fündig und machen einen Termin aus. Da wir aber mal wieder krank sind, Frank hat einen geschwollenen Fuß, verursacht durch einen Insektenstich und muss Antibiotikum nehmen und Christine hat eine Mittelohrentzündung, verschieben wir den Termin um eine Woche. Die Salbe, die wir noch aus Pohnpei haben, zeigt bei Frank leider keine Wirkung. Er macht sich per Anhalter auf den Weg ins örtliche Krankenhaus. Durch Zufall nimmt ihn der Gouverneur von Chuuk mit. Dieser spielt im Krankenhaus auch gleich seine Trümpfe aus und führt Frank vorbei an den Wartenden direkt in das Behandlungszimmer. Frank ist geschockt. In Deutschland würde in diesem Raum noch nicht einmal Schweinefutter hergestellt, so dreckig ist es. Die Klimaanlage ist schwarz und den Liegen liegt der Dreck. Wenn mal gewischt wird, dann wird der Dreck nur nass verteilt. Zum Glück zieht der Pfleger sich neue Handschuhe an.
Nun haben wir eine Woche Tauchstopp. Wir haben mal wieder einiges zu erledigen: Diesel tanken, Eis essen, Einkaufen, Eis essen, Wasser für unserenTank organisieren, Eis essen und natürlich unser Permit verlängern!
Diesel tanken ist arbeitsschutzrechtlich eine große Katastropfe. Leider hat Frank die Kamera vergessen. Djidji und Frank machen sich mit unseren Kanister mit dem Dinghy auf zur Tankstelle. An der Zapfsäule steht aber nur Benzin zur Verfügung, der Diesel steht in Fässern in einer Wellblechhütte. Nun kommt ein Mitarbeiter und füllt den Diesel auf die altmodische Art den Diesel in unsere Kanister. Mit dem Schlauch und mit dem Mund angesaugt! Der Arme sah nach 10 Kanistern ein wenig high aus.
Eis essen ist unsere Lieblingsbeschäftigung. Hier könnten sich die großen Marken in Deutschland eine Scheibe von abschneiden. 2 große Kugeln für einen US Dollar.
Einkaufen macht hier nicht ganz so viel Spass, wie sonst. Es gibt 4 große Supermärkte und ganz viele Kleine, die Tür an Tür das gleiche Sortiment haben. Die großen Supermärkte sind unterschiedlich ausgestattet. Wo bei dem Einen die Frischfleischabteilung super ist, gibt es bei dem Anderen günstiger Molkereiprodukte und wieder bei dem Nächsten ein besseres Obst- und Gemüsefach und im Vierten eine bessere Auswahl an Konserven. Die ersten Vormittage laufen wir nur mit Stift und Papier durch die Regale und verbringt mit Recherchearbeiten. Das eigentliche Einkaufen findet dann an zwei weiteren Vormittagen statt. Einkaufen geht nur vor dem Mittag, danach ist die Sonne zu hoch und es wird unglaublich heiß. Kein Wunder, das wir Stammgäste in der Eisdiele sind!
Das Wasserbunkern ist ein größeres Problem. Es hat lange nicht geregnet und wir können nichts auffangen. Die Donnazita hat einen Wassermacher und wir bekommen jeden Tag ungefähr 20l, aber uns fehlen insgesamt 500l. Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir fragen am Containerhafen, ob wir dort Wasser aufnehmen dürfen, aber es gibt dort keinen Wasserhahn. Wenn ein Containerschiff Wasser braucht, wird ein Tankwagen bestellt. Schnell finden wir heraus, wo die Wasserbehörde ihre Büros hat und machen uns auf den Weg. Die nette Empfangsdame macht uns große Hoffnung, denn es ist selbstverständlich möglich, einen Tankwagen zu ordern. Wie viel wir den bräuchten, kommt die Frage. „Naja, so ungefähr 150 Gallonen“ Und schon sieht das Gesicht nicht mehr ganz so hoffnungsvoll aus. „Also das Minimum einer Abnahme sind 2000 Gallonen!“
Jeder Mitarbeiter in diesem Büro versucht nun unser Problem zu lösen. Es werden mehrere Vorschläge gemacht, aber alle nicht passend zu unserem Problem. Lächelnd sagen wir Tschüß und bedanken uns für die Gastfreundlichkeit und hoffen insgeheim auf einen Platzregen.
Hinter uns ankert die Indies Trader, ein historisches Surf und Tauchboot mit dem nun Hilfsgüter zu entlegenden Inseln transportiert werden. Frank fährt mal zu einem Captains Talk rüber. Er kommt mit sehr guten Nachrichten wieder: Wir dürfen längsseits festmachen und bekommen Wasser. Die Indies Trader hat einen großen Wassermacher (Seewasserentsalzer) und so ist in drei Stunden ist unser Wassertank wieder voll. Zum Überfluss der Gastfreundschaft bittet uns Captain Steeve in dieser Zeit noch an Bord, wo seine indonesische Mannschaft ein leckeres Abendessen für uns zubereitet hat.



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Captain Steeve und Captain Frank längsseits an der Indie Trader



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Wir sind mittlerweile wieder gesund und wollen nun auch endlich mal wieder unter Wasser. Frank will den Termin mit der örtlichen Tauchschule bestätigen. Doch er kommt mit schlechten Nachrichten wieder. Angeblich wissen sie nichts mehr von einem Termin und die nächsten Tage haben sie auch gar keine Zeit für uns, denn sie sind voll ausgelastet. Na super, das ganze Warten war umsonst. Da aber sogar die Nummerschilder der Autos den Beinamen „Divers Haven“ tragen, müssen wir unbedingt da runter! Ebenfalls hinter uns liegt ein luxuriös aussehendes Tauchschiff. Da der erste Captains Talk schon so gut funktioniert hat, macht sich Frank auf zu einem Zweiten. Und tatsächlich! Freudestrahlend kommt er wieder und verkündet die frohe Nachricht: Morgen folgen wir der Truk Master und wir bekommen unseren eigenen Guide für nur 5 US Dollar pro Person! Das ist ja mal ein Ding! Am nächsten Tag geht’s los! Wir ankern ein wenig entfernt, denn nur die Tauchschiffe dürfen an den Moorings festmachen, die an den Wracks befestigt sind. Sofort kommt das große rote Dinghy zu uns rüber und bringt uns zur Truk Master. Und schon fängt der Luxus an. Die eigentliche Gäste, welche hier 4000,-€ pro Woche zahlen, sind bereits unter Wasser und das Personal steht nun uns zur Verfügung. Während des Briefings werden uns gekühlte Getränke serviert und unser Equipment zurecht gelegt. Dann geht es richtig los. Anstatt uns selber anzuziehen, bekommen wir Hilfe! „Ma'am, your BCD, please give me your right arm... now the other one... Ma'am, please your finns... Ma'am, please your Divecomputer.... Und so weiter. Das war ganz schön merkwürdig, so bedient zu werden. Aber alles ist vergessen, sobald wir den Atemregler im Mund haben und schnell auf 35m absinken. Dort liegt ein wunderschön bewachsendes Wrack, ein Frachtschiff befüllt mit alten Fässern, Flugzeugen, und alles was so ein Schiff an Bord hat. Wir sehen im Schein unserer Taschenlampen Geschirr, einen vorzeitlichen Außenbordmotor und leere Flaschen. So wie das Schiff vor Anker gelegen hat, ist es auch gesunken.



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Alte Gegenstände im Inneren eines Frachters 



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Die MV Truk Master 



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Aus diesem Grund darf man nur mit einem Guide runter, denn leider gibt es Taucher, die sich Souvenirs von solchen Tauchplätzen mitnehmen. Ebenso wären wir alleine niemals in das Innere eines Wracks getaucht. Das ist viel zu gefährlich, wenn man sich nicht auskennt. Zurück an der Oberfläche sind wir euphorisch und nun süchtig nach dem nächsten Tauchgang. Wir verabreden uns für den Nachmittag, um den nächsten Tauchgang zu unternehmen.
Unser Tauchzeug lassen wir da, auch unserer Flaschen werden wieder befüllt. Da uns doch ein enig unwohl ist, nur so wenig Geld für zwei Tauchgänge zu bezahlen, backen wir schnell noch einen Kuchen für die Crew. Auch der zweite Tauchgang ist einfach unglaublich schön. Die Sicht ist super und selbst auf 30m kann man noch kleine Details ohne Tauchlampe erkennen. Ebenso wohnen hier unglaublich viele Fische. Eine Schule mit Thunfischen zieht ihre Kreise um uns und viele Kofferfische „stehen“ einfach nur rum und schauen unseren Blasen nach. Leider ist bei diesen Tiefen die Tauchzeit schon nach 30min vorbei und wir müssen wieder an die Oberfläche.
Leider fährt die Trukmaster am Abend weiter und so müssen wir Abschied nehmen. Wir fühlen uns wie ein Junky auf Entzug. wir wollen unbedingt noch weitere Wrachs betauchen. Ganz in der Nähe von uns ankert ebenfalls ein Lifeaboard, die SS Thorfinn. Ein altes Dampfschiff mit einem 80jährigen Kapitän an Bord. Wir versuchen unser Glück und fragen, ob die Möglichkeit besteht, mit einem von seinem Guides zu tauchen. Auch hier funktioniert der Captains Talk! Er nimmt pro Tauchgang aber 45 US Dollar, da wir aber bei den ersten Zwei schon gespart haben, sagen wir zu und haben in den nächsten Tagen noch drei wunderbare Tauchgänge. Das Besondere hier ist, das vor jedem Tauchgang ein 30minütiges Briefing mit Bildern und Geschichten über das jeweilige Wrack stattfindet. Der Captain betreibt sein Dampfschiff als Tauchboot seit über 35 Jahren. Er kann zu jedem Wrack eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte hat uns besonders berührt: Einer seiner Gäste war ein Konstrukteur von amerikanischen Bulldozern. Am Ende eines Tauchganges tauchte er auf und schlug wie wild um sich mit den Armen. Dies ist ein Zeichen, dass gerade ein Notfall stattfindet. Unser Captain beobachtete dies von der Brücke aus, packte sein Emergency- Set und eilte ihm so schnell wie möglich zu Hilfe. Aber es stellte sich heraus, das der Taucher vor Freude so verrückte Bewegungen machte. Er fand nämlich im inneren des einen Wracks seine lang vermissten Bulldozer wieder. Er wußte nicht, dass sie im Inneren eines japanischen Frachtschiffes waren. Solche Geschichte lassen uns schmunzeln.
Unser schönster und letzter Tauchgang war ein Nachttauchgang am Betty Bomber auf 18m. Doch nun müssen wir der SS Thorfinn Tschüss sagen. Wir wünschen dem Captain alles Gute und fahren zurück nach Weno. Wir klarieren aus und holen uns unser neues Permit. Schließlich liegt noch ein Staat vor uns! Auf dem Weg nach Yap liegen einige vielversprechende kleine Atolle vor uns, die wir unbedingt besuchen möchten.



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